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Glücksbohnen: Die bekannte Geschichte zum Nachlesen

  • Autorenbild: Larissa Kubon
    Larissa Kubon
  • 27. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Die Glücksbohnen-Geschichte gehört zu den bekanntesten Erzählungen aus der Positiven Psychologie. Sie bringt auf den Punkt, wie leicht die schönen Momente eines Tages untergehen – und wie viel sich verändert, wenn wir sie bewusst wahrnehmen. Hier kannst du die Geschichte vollständig nachlesen, erfährst ihre Bedeutung und wie du das Glücksbohnen-Prinzip in deinem Alltag anwenden kannst.



Inhaltsverzeichnis




Die Glücksbohnen-Geschichte


Eine sehr alte, weise Frau verließ ihr Haus nie, ohne vorher eine Handvoll Bohnen einzustecken.

Sie tat dies nicht, um unterwegs die Bohnen zu kauen. Nein, sie nahm die Bohnen mit, um so die schönen Momente des Lebens besser zählen zu können.


Für jede Kleinigkeit, die sie tagsüber erlebte – zum Beispiel einen fröhlichen Schwatz auf der Straße, ein köstlich duftendes Brot, einen Moment der Stille, das Lachen eines Menschen, eine Berührung des Herzens, einen schattigen Platz in der Mittagshitze, das Zwitschern eines Vogels – für alles, was die Sinne und das Herz erfreut, ließ sie eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche wandern.

Manchmal waren es auch zwei oder drei Bohnen, die auf einmal den Platz wechselten.


Abends saß die weise Frau zu Hause am Kamin und zählte die Glücksbohnen aus der linken Jackentasche. Sie zelebrierte diese Minuten. So führte sie sich vor Augen, wie viel Schönes ihr an diesem Tag widerfahren war, und freute sich darüber.


Sogar an den Abenden, an denen sie nur eine einzige Bohne zählte, war jeder Tag für sie ein glücklicher Tag – es hatte sich gelohnt, ihn zu leben.


(Verfasser unbekannt)




Bedeutung der Glücksbohnen-Geschichte


Hinter der Glücksbohnen-Geschichte steht ein einfaches Prinzip: Nicht die großen Ereignisse machen einen Tag wertvoll, sondern die vielen kleinen Momente der Freude – vorausgesetzt, wir nehmen sie überhaupt wahr. Die weise Frau erlebt nichts Außergewöhnliches. Aber sie richtet dabei ihre Aufmerksamkeit bewusst auf das Schöne.


Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, das nimmt in unserer Wahrnehmung mehr Raum ein. Unser Blick bleibt im Alltag automatisch oft stärker am Negativen hängen – der Stau auf dem Heimweg, das graue Regenwetter, der kritische Kommentar vom Arbeitskollegen. Die schönen Augenblicke sind zwar auch da, aber sie ziehen leiser vorbei. Wenn du sie nicht bewusst würdigst, gehen sie schnell unter.


Die Glücksbohnen sind dabei nichts weiter als ein Anker für die kleinen Glücksmomente, die dadurch mehr Gewicht bekommen. Und sobald du weißt, dass du am Abend deine guten Momente „sammelst“, achtest du schon tagsüber wie von selbst stärker auf das Schöne. So kann sich mit der Zeit dein Blick verschieben – nicht, weil dein Leben ein anderes geworden ist, sondern weil du es anders betrachtest.




So nutzt du das Glücksbohnen-Prinzip für dich


Wenn dich die Geschichte anspricht, kannst du es machen wie die weise Frau: Steck dir jeden Morgen ein paar Kaffeebohnen oder Murmeln in die Hosentasche und lass für jeden schönen Moment eine Bohne von der einen auf die andere Seite wandern. Am Abend zählst du, wie viele Bohnen die Seite gewechselt haben, und rufst dir die Augenblicke noch einmal in Erinnerung.


Wichtig ist dabei nicht, möglichst viele Bohnen zu sammeln oder jeden Tag glücklich zu sein. Es geht vielmehr darum, den Blick bewusst auch auf die kleinen positiven Erlebnisse zu richten, die im hektischen Alltag leicht übersehen werden. Schon wenige Minuten am Abend können helfen, sich diese Momente noch einmal ins Gedächtnis zu rufen.


Einen ganz ähnlichen Effekt kannst du mit einem Positiv-Tagebuch erreichen. Statt Bohnen umzulegen, lässt du deinen Tag am Abend nochmal Revue passieren und notierst dir stichpunktartig ein paar gute Momente, die du erlebt hast. Das Aufschreiben macht die schönen Erlebnisse greifbarer und kann zu einem festen Abendritual werden. Auf diese Weise kannst du dein Gehirn Schritt für Schritt trainieren, das Gute stärker wahrzunehmen.


Larissa Kubon, Psychologin (M.Sc.) & Therapeutin für Klinische Psychoneuroimmunologie:

Meine Mission ist es, Menschen mit psychischen Belastungen zu zeigen, wie sie ihre mentale Gesundheit selbst in die Hand nehmen können. Deshalb verbinde ich Psychologie mit Körperwissen, um sichtbar zu machen, wie Körper, Geist und Lebensstil zusammenspielen – und ganzheitliche Wege zu einer stabilen Psyche zu zeigen.

 
 
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